Eine Frau sortiert Materialien vor einer Glaswand mit dem Logo von The Marketing Cloud, während im Hintergrund ein kollaborativer Arbeitsbereich sichtbar ist.

Wie diese neue Partnerschaft alles im Privacy-First-Marketing verändert

The Marketing Cloud, eine Tochtergesellschaft von Stagwell, hat sich mit dem Identitätsauflösungs-Spezialisten Adstra und der Datenplattform Databricks zusammengeschlossen, um eine Datenschutz-orientierte Marketinglösung einzuführen, die es Marken ermöglicht, Kundendaten anzureichern, ohne Rohdaten preiszugeben. Die Kooperation, die Anfang 2026 bekannt gegeben wurde, nutzt die „Zero-Copy“-Technologie der Databricks Clean Rooms, um Marketingverantwortlichen dabei zu helfen, komplexe Datenschutzvorschriften zu bewältigen, während sie auf 365 neue adressierbare Zielgruppen zugreifen.

Die Zusammenarbeit widmet sich einer zentralen Herausforderung, vor der Marketing-Profis stehen: Wie lassen sich Kundendaten effektiv nutzen, während man strengen Datenschutzbestimmungen wie der DSGVO und dem CCPA gerecht wird? Durch die Kombination von Adstra’s Conexa Identity Network mit der KI-gestützten Plattform von The Marketing Cloud innerhalb von Databricks Clean Rooms ermöglicht die Lösung das, was die Branche als „Zero-Data-Exposure“-Architektur bezeichnet, wie aus Informationen des Databricks Blogs und von Adstra hervorgeht.

Im Kern dieses Systems steht ein ausgefeilter technischer Ansatz, bei dem First-Party-Daten der Marken niemals deren Kontrolle verlassen. Stattdessen erfolgen alle Matching-, Anreicherungs- und Analysevorgänge innerhalb der sicheren Clean-Room-Umgebung, wobei lediglich aggregierte Ergebnisse geteilt werden, wie von Databricks beschrieben. Dieses Modell stellt eine signifikante Abkehr von herkömmlichen Methoden des Datenaustauschs dar, bei denen oft tatsächliche Datenübertragungen zwischen Partnern erforderlich waren.

Technische Grundlage stärkt den Datenschutz

Die Plattform nutzt zwei zentrale Databricks-Technologien: Delta Sharing, ein Open-Source-Protokoll für sichere Datenfreigabe ohne Replikation, und Unity Catalog, das als Governance-Schicht dient und strenge Zugriffskontrollen durchsetzt, gemäß dem Databricks Blog. Diese Kombination stellt sicher, dass alle Vorgänge vollständig überprüfbar bleiben – eine entscheidende Eigenschaft für Compliance-Zwecke.

Marken können nun ihre Kundenprofile mit exklusiven Attributen von Adstra anreichern, einschließlich Gesundheits- und Wellness-Indikatoren, Betreuungsstatus und Kennzahlen zur Vermögenswahrscheinlichkeit, wie Adstra berichtete. Das Conexa Identity Network führt Verbraucheridentitäten über Online- und Offline-Signale hinweg zusammen und integriert sich in Stagwells proprietären ID Graph, um umfassende Kundenansichten zu erstellen, ohne Rohdaten offenzulegen.

Die Lösung zielt auf mehrere zentrale Anwendungsfälle für modernes Marketing ab. Unternehmen können hochpräzise Zielgruppen erstellen, indem sie ihre Daten sicher mit Adstras Erkenntnissen kombinieren, was zu einer präziseren Kampagnenausrichtung führt, insbesondere bei hochvermögenden Privatpersonen und Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen, so beide Unternehmen. Die Plattform ermöglicht zudem eine verbesserte Erfolgsmessung im Marketing und ROI-Tracking, indem sie eine einheitliche Sicht auf die Customer Journey bietet.

Diese Entwicklung positioniert The Marketing Cloud, Adstra und Databricks als Alternativen zu den Walled-Garden-Ökosystemen der großen Tech-Plattformen. Durch das Angebot einer datenschutzkonformen Lösung, die Verbraucherdaten respektiert und gleichzeitig fortgeschrittene Marketingfunktionen ermöglicht, kommt die Partnerschaft zu einem entscheidenden Zeitpunkt, an dem Marketer zunehmend Effektivität und Datenschutzanforderungen in einem sich wandelnden regulatorischen Umfeld in Einklang bringen müssen.

Sources

  • Databricks
  • Adstra