Empfangsbereich von Icade, in dem ein Besucher mit dem Personal interagiert und der modernes Design sowie digitale Displays präsentiert.

Warum Icade stark auf Hochleistungs-Rechenzentren setzt

Die französische Immobiliengesellschaft Icade wendet sich dem Markt für Hochleistungs-Rechenzentren zu und verfügt über eine Pipeline von 400 MW in der Île-de-France. Sie zielt auf Hyperscale-Kunden durch Joint Ventures im Rahmen ihres strategischen Plans „ReShapE“ für 2024–2028. Der von der Caisse des Dépôts unterstützte Entwickler wird Grundstücke und Expertise beisteuern, während Partner Kapital bereitstellen; zunächst sind 60-MW-Anlagen in Paris Orly-Rungis und Saint-Denis geplant, vorbehaltlich entsprechender Vorverträge mit Kunden.

Das Unternehmen hat gemäß seinen Strategiedokumenten 50 Millionen Euro an Investitionsausgaben für die anfängliche Entwicklungsphase vorgesehen. Diese Investition stellt einen kalkulierten Einsatz auf die boomende Nachfrage nach Dateninfrastruktur dar, wobei die direkte finanzielle Belastung durch einen kapitalschonenden Ansatz minimiert wird.

Im Rahmen der geplanten Struktur wird Icade Grundstücksvermögen und Entwicklungskompetenz einbringen, während spezialisierte Rechenzentrumsbetreiber oder Investoren das Bau- und Betriebskapital stellen. Das Unternehmen führt derzeit aktive Gespräche mit potenziellen Partnern, wobei laut der Jahresergebnispräsentation des Konzerns noch kein Rahmenabkommen finalisiert wurde.

Die Entwicklungsstrategie basiert darauf, Vorvermietungen von Hyperscale-Kunden zu sichern, bevor der Spatenstich erfolgt. Dieser Ansatz reduziert das Investitionsrisiko erheblich, da langfristige Mietverträge mit großen Cloud-Service-Anbietern garantiert werden, die für ihren Betrieb massive, zuverlässige Infrastruktur benötigen.

Energie- und Standortvorteile

Der Standort Paris Orly-Rungis könnte letztlich zwei 60-MW-Anlagen aufnehmen und damit die ursprünglich geplante Kapazität verdoppeln. Die strategische Lage in der Île-de-France bietet Nähe zu großen Geschäftszentren und robuste Netzanschlüsse, wesentliche Faktoren für Rechenzentren mit hoher Leistungsdichte.

Energieeffizienz und die Einbindung erneuerbarer Energiequellen werden zentral in das Design der Anlagen integriert, mit dem Ziel, wettbewerbsfähige Power Usage Effectiveness (PUE)-Werte zu erreichen, die europäischen Standards und den Nachhaltigkeitsanforderungen von Hyperscalern entsprechen. Die Sicherung ausreichender Netzleistung bleibt eine kritische Herausforderung für diese Hochleistungsinstallationen.

Der Einstieg in Rechenzentren bildet einen Eckpfeiler der umfassenden ReShapE-Strategie für 2024–2028 von Icade, die darauf abzielt, über das Portfolio hinweg höhere Kapitalrenditen zu erzielen. Die Unterstützung durch die Muttergesellschaft Caisse des Dépôts bietet finanzielle Stabilität und Marktvertrauen, obwohl das Finanzierungsmodell absichtlich auf Kapital von Drittanbietern statt auf direkte CDC-Investitionen setzt.

Der Erfolg wird davon abhängen, ob Icade in der Lage ist, mehrere Herausforderungen zu meistern: den Abschluss von Partnerschaftsvereinbarungen, die Einholung notwendiger Genehmigungen und das Management der operativen Komplexität, die mit der Entwicklung von Rechenzentren verbunden ist. Die vorhandene Immobilienkompetenz des Unternehmens und Grundstücksreserven an erstklassigen Standorten positionieren es gut, doch das Ausführungsrisiko bleibt bestehen, während es in diesen technisch anspruchsvollen Sektor einsteigt.

Sources

  • Icade