UltraEdge, ein Joint Venture zwischen Morgan Stanley Infrastructure Partners und Altice France, hat eine Initiative über 400 Millionen € gestartet, um bis 2028 Frankreichs erstes landesweites, unabhängiges Rechenzentrumsnetzwerk aufzubauen. Das Unternehmen eröffnete diese Woche sein erstes regionales Hub in Bordeaux, Teil eines Plans, mithilfe von 257 bestehenden Standorten der SFR-Tochter von Altice bis zu neun miteinander verbundene Einrichtungen im ganzen Land zu etablieren.
Das Unternehmen positioniert sich strategisch zwischen großen Hyperscalern und Micro-Rechenzentren und richtet sich an lokale Unternehmen, Telekommunikationsunternehmen und Cloud Provider, die die Leistung für französische Nutzer verbessern wollen. Die Transaktion zur Gründung des Unternehmens bewertete dieses laut White & Case mit 764 Millionen €, wobei Morgan Stanley Infrastructure Partners eine Mehrheitsbeteiligung von 70 % hält und Altice France 30 % behält.
Die Einrichtung in Bordeaux in der Rue du Dr Gabriel Péri 3 ist das erste operative Hub in dem, was das Unternehmen sein Datapole-Projekt nennt. Der Standort wird renoviert, um 1 MW Leistung zur bestehenden Kapazität von 1,9 MW hinzuzufügen, berichtete La Tribune. Die Anlage arbeitet als netzbetreiberneutrales Hub mit Konnektivitätsdiensten von Anbietern wie Megaport.
Marktstrategie und Wettbewerbsvorteil

Der Ansatz von UltraEdge nutzt einen entscheidenden Vorteil: Das Portfolio aus 257 bestehenden Data Centern ermöglicht einen unmittelbaren Marktzugang ohne die Verzögerungen eines Neubaus. Diese Strategie reduziert regulatorische Hürden und potenziellen lokalen Widerstand, welche typischerweise Neuerschließungen begleiten, während die Standorte über das nationale Glasfasernetz von SFR miteinander verbunden bleiben.
Das verteilte Colocation-Modell soll Datenspeicherung und -verarbeitung näher an Endnutzer in französischen Metropolräumen bringen und damit der wachsenden Nachfrage nach Niedriglatenz-Diensten außerhalb traditioneller Hubs wie Paris begegnen. Die Investition modernisiert veraltete Infrastruktur durch verbesserte Kühlsysteme und Notstromaggregate, wobei das Unternehmen keine konkreten Strategien für erneuerbare Energien offengelegt hat.
Auswirkungen auf die regionale Entwicklung
Über die Infrastrukturentwicklung hinaus hat UltraEdge mit Ionaka zusammengearbeitet, um auf seinen Grundstücken in Villenave-d’Ornon, Toulouse und Vénissieux aeroponische Farmen zu installieren. Diese Anlagen produzieren laut La Tribune Obst und Gemüse für Mitarbeitende und lokale Hilfsorganisationen.
Die Investition von 400 Millionen € bis 2027/2028 zielt auf die Modernisierung kritischer digitaler Infrastruktur in den Regionen ab und unterstützt lokale Unternehmen und öffentliche Einrichtungen mit verbessertem Zugang zu Rechenleistung und Konnektivität. Obwohl konkrete Zahlen zur Schaffung von Arbeitsplätzen nicht veröffentlicht wurden, zählt das Projekt zu den größten unabhängigen Rechenzentrumsinitiativen Frankreichs und adressiert den wachsenden Bedarf des Landes an verteilter digitaler Infrastruktur, da die Nachfrage nach cloudbasierten Diensten und Edge Computing zunimmt.
Sources
- https://www.whitecase.com/news/press-release
- https://www.latribune.fr

