Spotify gab am Dienstag auf der SXSW den Beta-Start seiner Funktion „Taste Profile“ bekannt und gewährt Premium-Abonnentinnen und -Abonnenten in Neuseeland beispiellose Kontrolle über ihre algorithmischen Empfehlungen mittels alltagssprachlich formulierter Befehle. Das neue Tool ermöglicht es Nutzerinnen und Nutzern, Hördaten, die personalisierte Playlists, Vorschläge im Home-Feed und die jährlichen Spotify Wrapped-Zusammenfassungen prägen, direkt zu bearbeiten, und behebt damit langjährige Beschwerden über verzerrte Empfehlungen durch geteilte Konten oder situatives Hören.
Die Funktion stellt eine bedeutende Weiterentwicklung gegenüber den bisherigen Personalisierungseinstellungen von Spotify dar, die es Nutzerinnen und Nutzern lediglich erlaubten, bestimmte Songs oder Playlists auszuschließen. Laut TechCrunch können Nutzerinnen und Nutzer den Editor aufrufen, indem sie auf ihr Profilbild tippen und die Option „Taste Profile“ auswählen, wo sämtliche Hördaten an einem Ort zur Durchsicht gebündelt sind.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Schaltern setzt das System auf Eingaben in Alltagssprache. Nutzerinnen und Nutzer können Befehle eingeben, in denen sie nach „mehr oder weniger von einer bestimmten Stimmung“ fragen, was nuancierte Anpassungen ihrer musikalischen Identität auf der Plattform ermöglicht, berichtete TechCrunch. Wenn das Profil unzutreffende Daten anzeigt, können Nutzerinnen und Nutzer „uns durch eine Markierung mitteilen, wenn das Profil völlig danebenliegt“, heißt es in der offiziellen Ankündigung im Spotify-Newsroom.
Plattformweite Auswirkungen

Über das Taste Profile vorgenommene Änderungen wirken sich nun unmittelbar auf Spotifys gesamtes Empfehlungs-Ökosystem aus. Laut mehreren Berichten beeinflussen die Anpassungen algorithmisch generierte Inhalte, darunter Startseitenvorschläge, „Made For You“-Empfehlungen und personalisierte Playlists wie Discover Weekly.
Die Funktion könnte die Genauigkeit von Spotify Wrapped, der äußerst beliebten jährlichen Hörzusammenfassung der Plattform, deutlich verbessern. Indem sie Höraktivitäten ausschließen, die ihre primären Vorlieben nicht widerspiegeln, können Nutzerinnen und Nutzer sicherstellen, dass ihre Jahreszusammenfassung ihre musikalischen Präferenzen authentisch abbildet, berichteten TechCrunch und Engadget.
„Dies ist der nächste Schritt in unserer Vision, Personalisierung transparenter, reaktionsfähiger und wirklich perfekt auf dich zuzuschneiden“, erklärte Spotify in seiner offiziellen Ankündigung. Tech-Publikationen haben die Funktion als direkte Reaktion auf anhaltendes Nutzerfeedback zur Genauigkeit von Empfehlungen charakterisiert.
Datenschutz und Expansionspläne
Das Taste Profile aggregiert die Hördaten der Nutzerinnen und Nutzer, darunter Künstlerinnen und Künstler, Genres und Gewohnheiten, wobei alle Bearbeitungen erfasst werden, um das Profil anzupassen. Zwar hat Spotify Transparenz betont, doch spezifische Details zu Richtlinien der Datenspeicherung für diese Änderungen bleiben laut der Ankündigung im Unternehmens-Newsroom ungenannt.
Nach dem Neuseeland-Betatest plant Spotify, die Funktion auf weitere internationale Märkte auszuweiten, auch wenn kein Zeitplan genannt wurde. Die Nutzung der Funktion ist optional, doch das Unternehmen hat hierfür keinen formellen Deaktivierungsmechanismus beschrieben, außer den Editor einfach nicht zu verwenden.
Der Start markiert einen entscheidenden Wandel darin, wie Streaming-Plattformen an algorithmische Kuratierung herangehen, und könnte einen neuen Standard für Nutzerkontrolle bei algorithmisch gesteuerten Inhaltsdiensten setzen.
Sources
- techcrunch.com
- newsroom.spotify.com
- engadget.com

