Empfangsbereich von Anthropic mit einer professionellen Interaktion zwischen Mitarbeitenden, die den Übergang zur autonomen Computersteuerung hervorhebt.

Anthropics Claude KI führt Computersteuerung zur Autonomie

Anthropic hat am Dienstag eine neue Funktion eingeführt, die den KI-Assistenten Claude Code und Claude Cowork ermöglicht, die Computer der Nutzer direkt zu steuern, einschließlich Mausbewegungen, Tastatureingaben und Bildschirmnavigation. Die autonome Computersteuerung, die jetzt als Research Preview für Claude Pro- und Max-Abonnenten auf macOS verfügbar ist, erfordert vor jeder Aktion die ausdrückliche Zustimmung des Nutzers.

Diese bahnbrechende Funktion verwandelt Claude Code und Claude Cowork von herkömmlichen Chatbots in aktive digitale Assistenten, die komplexe Aufgaben eigenständig ausführen können. Laut The Verge können Nutzer nun Aufgaben von ihren Smartphones aus delegieren, und die Claude Desktop-App erledigt diese autonom auf ihren Mac-Computern, selbst wenn die Nutzer nicht an ihren Geräten sitzen.

So funktioniert es

Die Technologie funktioniert, indem Claude den Computerbildschirm visuell interpretiert und damit interagiert, ähnlich wie es ein Mensch tun würde, erklärte Anthropic in seiner Ankündigung. Die KI kann den Cursor bewegen, Schaltflächen anklicken, Text eingeben, Dateien öffnen, in Webbrowsern navigieren und mit verschiedenen Anwendungen auf macOS interagieren.


Besonders bemerkenswert daran ist der „no setup required“-Ansatz. Anstatt sich auf vorgefertigte API-Integrationen für jede Anwendung zu stützen, agiert Claude laut The Verge auf der UI-Ebene. Während das System direkte Schnittstellen für unterstützte Dienste wie Slack und Google Workspace priorisiert, greift es auf direkte UI-Steuerung zurück, wenn keine Schnittstellen verfügbar sind, was es ohne umfangreiche Konfiguration flexibel in den meisten Software-Anwendungen einsetzbar macht.


Speziell für Entwickler kann Claude Code Entwicklerwerkzeuge direkt bedienen und so Programmier- und Entwicklungsabläufe potenziell optimieren, berichtete The Verge.

Sicherheits- und Zugriffskontrollen

Ein Computerbildschirm zeigt einen Richtlinien-Editor mit Code-Snippets für das KI-Management.

Anthropic hat strikte Berechtigungskontrollen für diese Funktion implementiert. Das System wird „immer ausdrücklich um Ihre Erlaubnis bitten“, bevor es zur Aufgabenerledigung navigiert, scrollt oder klickt, heißt es in der Ankündigung des Unternehmens. Dieser zustimmungsbasierte Ansatz begegnet potenziellen Sicherheitsbedenken bezüglich autonomer KI-Steuerung.


Die Funktion befindet sich derzeit in der Research Preview-Phase, wodurch Anthropic Leistungsdaten sammeln und Optimierungspotenziale identifizieren kann. Der Zugriff bleibt auf Claude Pro– und Claude Max-Abonnenten beschränkt, die die Desktop-App auf macOS verwenden.

Auswirkungen auf die Branche

Diese Entwicklung markiert einen bedeutenden Wandel in den Fähigkeiten von KI-Assistenten, über dialogbasierte Schnittstellen hinaus hin zur direkten Computersteuerung. Die Technologie könnte die Art und Weise, wie Nutzer mit ihren Geräten interagieren, grundlegend verändern und routinemäßige digitale Aufgaben über mehrere Anwendungen hinweg potenziell automatisieren, ohne technisches Fachwissen oder komplexe Einrichtungsprozesse zu erfordern.


Die vorsichtige Einführung als Research Preview deutet darauf hin, dass Anthropic bei der Bereitstellung dieser leistungsfähigen Funktion umsichtig vorgeht und vermutlich potenzielle Risiken überwacht sowie Nutzerfeedback sammelt, bevor die Verfügbarkeit ausgeweitet wird.

Sources

  • anthropic.com/news
  • theverge.com